1. Oktober 2026

Rückblick auf die Konverto talks 2026

Am 30. September fanden im Lanserhaus in Eppan die Konverto talks 2026 statt. Unter dem Titel „HUMAN · AI · IT: Strategic Navigation between Talent, Sourcing and AI“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen und gleichzeitig die Potenziale von Künstlicher Intelligenz gezielt nutzen können.

 

Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere Arbeit? Welche Rolle spielt die IT dabei? Und was passiert, wenn KI nicht mehr nur Werkzeug ist, sondern selbst Aufgaben übernimmt?

 

Bei den Konverto talks 2026 ging es darum, wie Unternehmen diesen Wandel technologisch, organisatorisch und menschlich gestalten können. Nach Kaffee und Kuchen im Hof eröffneten Moderatorin Nora Reichhalter und Konverto-Direktor Thomas Thuile den Abend, musikalisch begleitet von Paul Herbst.

 

 

Wenn KI die Arbeitswelt verändert

 

Fachkräftemangel, steigende Anforderungen und immer leistungsfähigere KI-Tools verändern die Arbeitswelt und damit die Rolle der Unternehmens-IT. Sie soll längst nicht mehr nur Systeme am Laufen halten, sondern Digitalisierung ermöglichen, Innovation vorantreiben und das Business aktiv unterstützen.

 

Den Auftakt machte Prof. Dr. Isabell Welpe von der Technischen Universität München. 

In ihrer Keynote zeigte sie, wie Unternehmen mit KI, Talenten und neuen Führungsmodellen ihre IT vom Engpass zum Business-Enabler entwickeln können. Ihre zentrale Botschaft: In einer Arbeitswelt, die sich durch KI rasant verändert, wird Anpassungsfähigkeit zu einer entscheidenden Stärke.

 

Dabei stellte Welpe auch gängige Annahmen rund um den Fachkräftemangel infrage und lenkte den Blick auf die Unternehmen selbst: Wie müssen sich Arbeitsumfeld, Führung und Organisation verändern, damit Talente kommen – und auch bleiben wollen?

 

Auch die Rollenverteilung zwischen Mensch und KI werde sich verändern. Welpe skizzierte eine Zukunft, in der sich Tätigkeiten zunehmend danach unterscheiden könnten, wer wen steuert: die KI den Menschen oder der Mensch die KI. Gleichzeitig bleiben persönliche Beziehungen, Vertrauen und menschliche Netzwerke entscheidend.

Ein erstes Fazit: Je leistungsfähiger Technologie wird, desto wichtiger wird die Frage, welche Rolle wir dem Menschen darin geben wollen.

 

 

KI skalieren: vom Experiment zum Einsatz

 

Wie KI konkret im Unternehmen eingesetzt werden kann, zeigten anschließend Norman Marmsoler und Johannes Erschbamer vom Konverto Lab. Denn einen funktionierenden KI-Prototyp zu entwickeln, ist nur der Anfang. Die größere Herausforderung besteht darin, ihn erfolgreich im Unternehmen zu verankern und zu skalieren.

 

Dafür braucht es eine verlässliche Datenbasis, die richtigen Kompetenzen und klare Leitplanken für Sicherheit und Governance. Eine durchdachte Datenstrategie bildet dabei die Grundlage. 

Stimmen die Voraussetzungen, kann KI neue Zugänge zu Unternehmensdaten schaffen und beispielsweise Fragen beantworten, für die bisher niemand eigens ein Dashboard entwickeln würde.

 

Mit dem Ansatz „Expert on Site“ werden auch die Fachbereiche stärker eingebunden: Mitarbeitende entwickeln Anwendungen und Use Cases aktiv mit, während die IT weiterhin für Sicherheit und Kontrolle sorgt.

 

Auch Vibe Coding zeigt, wie KI die Softwareentwicklung verändert: Entwicklungsprozesse werden schneller und Fachwissen kann direkter einfließen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Governance.

 

 

Wenn aus KI eine Kollegin wird

 

Besonders greifbar wurde diese Entwicklung mit der erstmaligen Vorstellung von Ailene, der neuen KI-Kollegin von Konverto. Ailene kann definierte Aufgaben übernehmen und Teams im Arbeitsalltag unterstützen – allerdings innerhalb klarer Grenzen. Sie erhält genau jene Daten und Berechtigungen, die sie für ihre Rolle benötigt, ähnlich wie eine menschliche Mitarbeiterin. Das letzte Wort hat sie jedoch nie.

 

Damit führte Ailene zu einer der zentralen Fragen des Abends:

Nur weil wir etwas automatisieren können – sollten wir es auch automatisieren?

Technisch ist heute vieles möglich. Umso wichtiger wird es, bewusst festzulegen, welche Aufgaben KI übernehmen darf, wo Kontrolle notwendig ist und welche Entscheidungen beim Menschen bleiben sollen.

 

 

KI, Talente und Sourcing zusammendenken

 

Zum Abschluss diskutierten Prof. Dr. Isabell Welpe, Massimo Luppi, CIO der Durst AG, und Thomas Thuile von Konverto über KI, Talente und Sourcing in der Unternehmens-IT. Dabei wurde deutlich: KI ist nicht einfach ein weiteres IT-Projekt. Sie verändert Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Technologie, Organisation und Menschen müssen deshalb gemeinsam gedacht werden.

 

 

Was bleibt vom Abend?

 

Die Konverto talks 2026 haben gezeigt: Die entscheidenden Fragen rund um KI gehen längst über die Technologie hinaus. Es geht nicht mehr nur darum, was möglich ist, sondern darum, was sinnvoll ist. 

Nicht nur darum, KI zu testen, sondern sie verantwortungsvoll zu skalieren. Und nicht nur darum, welche Aufgaben KI übernehmen kann, sondern welche wir bewusst beim Menschen belassen wollen.

 

Die Zukunft der Arbeit wird nicht allein durch KI bestimmt. Sie wird dadurch bestimmt, wie wir Menschen mit ihr umgehen und welche Entscheidungen wir über ihren Einsatz treffen.