39100 Bozen
Bruno Buozzi 8
Cyberangriffe in Europa: Was wir aus den Angriffen auf Supermärkte lernen können

In mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und Italien, wurden zuletzt Steuerungssysteme von Supermarkt-Kühlanlagen Ziel von Cyberangriffen. Auch die französische Blutspendeorganisation Établissement français du sang war Anfang November von einem mutmaßlichen Angriff auf die Überwachung ihrer Kühlräume betroffen.
Laut Medienberichten verhinderte ein rechtzeitiger Alarm Schäden an den gelagerten Blutkonserven. Darüber haben wir mit Davide Piccolo, Cybersecurity-Experte bei Konverto, gesprochen.
Wie gelangen Angreifer in industrielle Anlagen?
Immer mehr industrielle Anlagen sind vernetzt und können aus der Ferne überwacht und gesteuert werden. Das erleichtert den Betrieb, eröffnet aber auch neue Angriffsmöglichkeiten.
Wie die jüngsten Angriffe genau abliefen, ist noch nicht vollständig geklärt. Mögliche Schwachstellen sind ungesicherte Schnittstellen, schwache Passwörter, veraltete Firmware oder unzureichend geschützte Fernwartungszugänge.
„Viele Industrieanlagen verfügen über Fernwartungsplattformen, über die externe Dienstleister Wartungsarbeiten und Updates durchführen“, erklärt Davide Piccolo. Werden deren Zugangsdaten kompromittiert, können Angreifer möglicherweise auch auf die Systeme ihrer Kunden zugreifen.
Deshalb muss Cybersecurity auch externe Technologiepartner und die Lieferkette berücksichtigen – ein zentraler Aspekt der europäischen NIS2-Richtlinie.
Wie lassen sich solche Angriffe verhindern?
La prevenzione richiede l’adozione di misure di sicurezza mirate: applicare regolarmente patch e aggiornamenti a software e firmware, evitare l’esposizione diretta su Internet delle interfacce di amministrazione e dei servizi di gestione e consentire l’accesso remoto esclusivamente attraverso canali protetti, come VPN, abbinati ad autenticazione a più fattori (MFA).
Altrettanto importante è la segmentazione della rete, che permette di separare gli impianti industriali dagli altri sistemi aziendali, riducendo il rischio di propagazione di un attacco. Vulnerability assessment e penetration test periodici aiutano inoltre a individuare eventuali punti deboli.
Ma anche un'infrastruttura ben protetta può essere compromessa. La vera sfida è accorgersene tempestivamente.
Warum ist kontinuierliche Überwachung so wichtig?
„Um Angriffe zu erkennen, muss man wissen, was im eigenen Netzwerk passiert: Wer greift auf welche Systeme zu? Woher kommen die Verbindungen?“, betont Piccolo.
Ungewöhnliche Anmeldeversuche, unautorisierte Zugriffe oder verdächtige Netzwerkaktivitäten können erste Warnsignale sein. Ohne gezielte Überwachung bleiben sie häufig unentdeckt.
Hier kommt das Security Operations Center (SOC) ins Spiel: Es überwacht die IT-Infrastruktur kontinuierlich, erkennt verdächtige Aktivitäten und unterstützt die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.
„Unternehmen müssen ihre Infrastruktur kennen, sämtliche Zugriffe im Blick behalten und klare Verantwortlichkeiten für den Ernstfall definieren“, erklärt Piccolo.
Was tun, wenn ein Angriff bereits läuft?
Bei einem Cyberangriff zählt jede Minute. Betroffene Systeme müssen identifiziert, die Bedrohung eingedämmt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden; möglichst ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
„Ein SOC hilft, Angriffe frühzeitig zu erkennen, die Reaktion zu koordinieren und die Systeme anschließend sicher wiederherzustellen“, so Piccolo.
Cybersecurity bedeutet auch, rechtzeitig zu reagieren
Die jüngsten Vorfälle zeigen: Bereits ein ungesicherter Fernzugang oder eine Schwachstelle in der Anlagensteuerung kann erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb haben.
Wirksame Cybersecurity verbindet deshalb drei zentrale Elemente: Prävention, kontinuierliche Überwachung und eine schnelle, koordinierte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

