Täuschend echt: Betrugsversuche erkennen

Täuschend echt und gezielt unter Druck gesetzt
Aktuell wird in Südtirol unter anderem vor Anrufen vermeintlicher Finanzbeamter gewarnt. Unter verschiedenen Vorwänden versuchen Kriminelle, Personen aus ihrem Zuhause zu locken, um anschließend Wertgegenstände zu entwenden.
Auch über E-Mails und SMS versuchen Betrüger, an persönliche Informationen oder Zugangsdaten zu gelangen. Die Nachrichten wirken häufig täuschend echt und fordern dazu auf, Daten zu bestätigen, Zahlungen vorzunehmen oder einem Link zu folgen.
Ein Beispiel sind gefälschte Nachrichten im Zusammenhang mit Online-Buchungen. Reisende erhalten vermeintlich von ihrer Unterkunft eine Aufforderung, Buchungs- oder Kreditkartendaten zu bestätigen oder eine Zahlung vorzunehmen. Andernfalls, so die Drohung, werde die Reservierung storniert. Besonders tückisch: Die Nachrichten können konkrete Reisedaten enthalten und auf professionell gestaltete, gefälschte Webseiten führen.
Ähnliche Betrugsversuche gibt es im Namen von Banken und Kreditkartenanbietern. Per SMS oder Telefon geben sich Kriminelle als Mitarbeitende aus und fragen nach Online-Banking-Zugangsdaten, Passwörtern oder Sicherheitscodes. Grundsätzlich gilt: Niemals Passwörter, PINs oder Sicherheitscodes am Telefon, per SMS oder E-Mail weitergeben.
Warum funktionieren diese Maschen?
Viele Betrugsversuche setzen gezielt auf Zeitdruck und Emotionen. Eine angeblich drohende Kontosperre, eine zu stornierende Hotelbuchung oder ein Notfall in der Familie sollen dazu führen, dass Betroffene schnell handeln, ohne die Situation genauer zu prüfen.
Genau hier sollten die Alarmglocken läuten: Werden Sie unter Druck gesetzt, sollen Sie sofort Geld überweisen oder vertrauliche Informationen preisgeben, ist besondere Vorsicht geboten.
Häufige Betrugsmaschen im Überblick
- Phishing per E-Mail und SMS: Angebliche Nachrichten von Banken, Kreditkartenanbietern, Buchungsplattformen oder Paketdiensten führen auf gefälschte Webseiten.
- Betrügerische Anrufe: Kriminelle geben sich beispielsweise als Behörden, Unternehmen oder Angehörige aus.
- Fake-Shops: Professionell wirkende Online-Shops locken mit besonders günstigen Angeboten, liefern die bezahlte Ware jedoch nicht.
- Love Scamming: Über gefälschte Profile wird zunächst Vertrauen aufgebaut, bevor Geld gefordert wird.
- Falsche Beamte oder Techniker: Kriminelle verschaffen sich unter einem Vorwand Zugang zur Wohnung oder versuchen, an Wertgegenstände zu gelangen.
Richtig schützen
- Absender genau prüfen: E-Mail-Adresse und Telefonnummer genau kontrollieren. Schon einzelne veränderte Buchstaben oder Zeichen können auf einen Betrugsversuch hinweisen.
- Links nicht vorschnell öffnen: Im Zweifel Webseite eines Unternehmens selbst über den Browser oder die offizielle App öffnen, anstatt einem Link aus einer Nachricht zu folgen.
- Keine sensiblen Daten weitergeben: Passwörter, PINs, Sicherheitscodes sowie Bank- und Kreditkartendaten gehören nicht in E-Mails, SMS oder Telefongespräche.
- Ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen hinterfragen: Ändert sich plötzlich die vereinbarte Zahlungsmethode oder soll eine Zahlung besonders schnell erfolgen, Unternehmen am besten über einen offiziellen Weg kontaktieren
- Offizielle Kontaktdaten verwenden: Im Zweifelsfall die Telefonnummer auf der offiziellen Webseite des Unternehmens oder der Bank anrufen – nicht die Nummer aus der verdächtigen Nachricht.
- Im Betrugsfall schnell reagieren: Wurden Bank- oder Kreditkartendaten weitergegeben, umgehend Ihre Bank beziehungsweise den Kartenanbieter kontaktieren und betroffene Karten oder Zugänge sperren lassen. Bei einem Betrugsfall auch Anzeige bei der Polizei erstatten.
Konten zusätzlich absichern
Ein starkes Passwort allein bietet nicht immer ausreichend Schutz. Für jeden Dienst wird empfohlen, ein eigenes, starkes Passwort zu kreieren und wo möglich, eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu aktivieren. Damit ist für die Anmeldung neben dem Passwort ein weiterer Sicherheitsfaktor erforderlich.
Ein Passwortmanager hilft zusätzlich dabei, unterschiedliche und komplexe Passwörter sicher zu verwalten. So reduzieren wird das Risiko reduziert, dass ein gestohlenes Passwort gleich mehrere Konten gefährdet.

